Bushnell Launch Pro: Wenn du es ernst meinst mit deiner Technik
TL;DR – Fazit
Der Bushnell Launch Pro ist ein kamera-basierter Launch Monitor für ambitionierte Amateure und Club-Fitter — rund 3.200 Euro, 13+ Datenpunkte, Indoor und Outdoor, ohne die typischen Radar-Probleme bei wechselndem Licht. Das Gold-Abonnement (499 USD/Jahr) schaltet 25 virtuelle Kurse plus GSPro-Integration frei. Sinnvoll, wenn du mit Messwerten arbeitest oder einen Home-Simulator baust — kein Pflicht-Equipment für reine Greenfee-Spieler.
Was ist ein Launch Monitor eigentlich?
Ein Launch Monitor misst den Ball- und Schlägerflug beim Aufprall. Früher stand so etwas nur im Fitter-Studio oder in der PGA-Tour-Garage. Heute gibt es Geräte, die auch Hobbyspieler sich leisten können — und am anderen Ende der Skala immer noch solche, die semi-professionell arbeiten.
Der Bushnell Launch Pro gehört klar zur oberen Hälfte. Wir haben uns das Produkt angesehen, weil Mitglieder immer wieder fragen: „Lohnt sich so ein Gerät für mich?" Unsere Antwort hängt stark davon ab, wie ernst du es mit deiner Technik meinst.
Was das Gerät misst
Der Launch Pro nutzt ein Drei-Kamera-System mit Infrarot — kein Radar. Laut Bushnell liefert das konstantere Werte bei wechselndem Licht, draußen wie drinnen. Gemessen werden über 13 Datenpunkte, aufgeteilt in Ball- und Schläger-Daten:
Ball-Daten:
- Carry-Distance, Ballgeschwindigkeit, Gesamt-Distance
- Launch-Winkel (vertikal und horizontal), Spin-Achse, Back- und Side-Spin
- Apex, Descent-Angle, Offline-Distance, Hangtime, Ball-Curve
Schläger-Daten (Software-Abo erforderlich):
- Club-Head-Speed, Smash Factor, Club-Path, Angle of Attack
Das ist der Datenumfang, den Tour-Profis für Fitting-Sessions verlangen. Zur Einordnung: Ein Driving-Range-Schwung wird damit deutlich transparenter als auf einer normalen Range-Matte.
Indoor, Outdoor, Simulator
Der Launch Pro ist bewusst Dual-Use. Im Keller oder Garage-Simulator läuft er mit der FSX-Software — das ist Bushnells eigene Simulations-Umgebung mit virtuellen Kursen. Über ein Gold-Abonnement (ca. 499 USD/Jahr) bekommst du Zugang zu 25 Kursen plus Integration mit GSPro, einer weit verbreiteten Third-Party-Simulationssoftware.
Draußen funktioniert das Gerät auf der Range und auf dem Platz, laut Hersteller ohne die typischen Radar-Probleme bei tiefstehender Sonne oder unruhigem Licht.
Preis — ehrlich kommuniziert
Das Gerät kostet rund 2.790 GBP (ca. 3.200 Euro je nach Wechselkurs). Das ist kein Impulskauf. Dazu kommen die Software-Abos:
- Kostenlos: eingeschränkte App-Funktionen
- Silver (199 USD/Jahr): fünf virtuelle Kurse
- Gold (499 USD/Jahr): 25 Kurse, GSPro-Zugang
Ein 14-Tage-Gratis-Trial der Gold-Stufe ist dabei. Die Club-Daten (Speed, Path, Attack Angle) sind hinter dem Abo, das ist wichtig zu wissen — wer nur den Gerätepreis zahlt, bekommt Ball-Daten, aber keine vollständige Schläger-Analyse.
Für wen lohnt sich das?
Klar ja, wenn du …
- deine Technik datenbasiert verbessern willst und bereit bist, dich damit zu beschäftigen
- einen Home-Simulator baust oder bespielst
- als Fitter oder Trainer arbeitest und objektive Messwerte brauchst
- regelmäßig auf die Range gehst und deinem Coach konkrete Zahlen vorlegen willst
Eher nein, wenn du …
- nur gelegentlich spielst und bei Greenfee-Runden glücklich bist
- Golf als Freizeit ohne Technik-Analyse siehst
- nach einem günstigen Einsteiger-Gerät suchst — dafür gibt es in der 400–600-Euro-Klasse brauchbare Radar-Alternativen
Die Konkurrenz in einem Satz
TrackMan und Foresight GCHawk sind die großen Namen — beide mehr als doppelt so teuer und eher in professionellen Fitting-Studios zu finden. Der Garmin Approach R10 ist das populäre günstige Einsteiger-Radar (um 600 Euro), liefert aber weniger Datentiefe und weniger konstante Werte im Outdoor-Einsatz. Der Launch Pro sitzt genau dazwischen: ernsthaftes Messwerkzeug, aber für den ambitionierten Amateur noch greifbar.
