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Golfgeschichte - Golf im 20. Jahrhundert

TL;DR / Zusammenfassung

Im 20. Jahrhundert wird Golf vom Zeitvertreib der Oberschicht zur globalen Sportart. Es ist 1900 und 1904 kurz olympisch (mit Margaret Abbott als erster Olympiasiegerin), bekommt 1907 mit dem Deutschen Golf Verband eine Heimat in Deutschland und ab 1916 mit der PGA eine professionelle Struktur in den USA. Technisch bringen Dimples (1908) und Stahlschäfte (1920er) den Durchbruch, 1951 einigen sich USGA und R&A auf ein weltweit einheitliches Regelwerk. Und mit dem Fernsehen entstehen ab den 1950ern die ersten Superstars: Arnold Palmer, Jack Nicklaus und – zum Jahrhundertende – Tiger Woods.

Porträtfoto des Golfers Walter Hagen aus dem Jahr 1914
Walter Hagen, 1914 — fünffacher PGA-Champion und einer der Wegbereiter des amerikanischen Profigolfs. (Gemeinfrei, aus „Golf Illustrated" 1914, via Wikimedia Commons)

Olympia 1900 und 1904: Golf wird (kurz) olympisch

Wie sehr Golf in der Gesellschaft angekommen war, zeigte die Aufnahme als olympische Disziplin – 1900 in Paris und 1904 in St. Louis. Eine Fußnote der Geschichte: 1900 stand mit Margaret Abbott (USA) die erste Olympiasiegerin im Golf überhaupt am Abschlag – Frauen waren bei diesen Spielen erstmals zugelassen. Danach verschwand Golf allerdings für über ein Jahrhundert wieder von den Olympischen Spielen und kehrte erst 2016 zurück.

Der Deutsche Golf Verband (1907)

Am 26. Mai 1907 wurde in Hamburg der Deutsche Golf Verband (DGV) gegründet – von acht Gründerclubs, darunter Baden-Baden, Berlin-Wannsee und Homburg. Schon vor dem Ersten Weltkrieg wuchs er auf rund 65 Clubs. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verband aufgelöst und 1949 in Westdeutschland neu gegründet; mit der Wiedervereinigung 1990 kamen die ostdeutschen Clubs hinzu. Aus dem kleinen Kreis von 1907 wurde so über das Jahrhundert der Dachverband des deutschen Golfsports.

Die PGA und der amerikanische Profigolf (ab 1916)

In den USA organisierte sich der Profigolf: 1916 wurde die PGA of America gegründet, angestoßen vom Kaufhaus-Magnaten Rodman Wanamaker; im selben Jahr fand die erste PGA Championship statt. Der erste in den USA geborene Champion wurde 1921 Walter Hagen, der den Titel bis 1927 fünfmal gewann. 1968 spalteten sich die Turnierprofis ab – die Geburtsstunde der modernen, eigenständigen PGA Tour.

Technik: Dimples und Stahlschäfte

Parallel revolutionierte die Ausrüstung das Spiel. Um 1905 fiel auf, dass zerkratzte Bälle weiter flogen als glatte – William Taylor ließ die Dimples 1908 patentieren. Die kleinen Vertiefungen erzeugen Turbulenzen, die den Luftwiderstand senken und den Ball weiter tragen; sie sind bis heute Standard.

Dazu kam der Stahlschaft: In den 1920ern löste er den biegsamen Hickory-Holzschaft ab. Die USGA erlaubte ihn 1924, der R&A folgte 1929. Der steifere, industriell gefertigte Stahlschaft machte Schläge präziser und Ausrüstung erstmals massentauglich.

Ein Regelwerk für die Welt (1951)

Mit der zunehmenden Internationalisierung wurde ein einheitliches Regelwerk nötig. 1951 einigten sich die amerikanische USGA und der schottische R&A auf gemeinsame „Rules of Golf", die ab 1952 weltweit galten – seither werden sie in regelmäßigen Abständen gemeinsam fortgeschrieben. Aus regional unterschiedlichen Regeln wurde ein globaler Standard.

Fernsehen und die ersten Superstars: Palmer, Nicklaus, Woods

Den größten Schub brachte das Fernsehen. Ab den 1950ern wurden Turniere live übertragen, und Golf bekam Gesichter, die das Publikum mitrissen:

  • Arnold Palmer („The King") – charismatischer erster TV-Star, der Golf in den 1950ern und 60ern zum Massenphänomen machte.
  • Jack Nicklaus („Golden Bear") – mit 18 Major-Siegen (1962–1986) bis heute Rekordhalter.
  • Tiger Woods – Profi ab 1996, mit dem überlegenen Masters-Sieg 1997 der Beginn einer neuen Ära. Seine volle Wirkung entfaltete sich allerdings erst im 21. Jahrhundert.

So wurde Golf im Lauf des 20. Jahrhunderts vom „Adelssport" zur globalen, kommerziellen Multi-Millionen-Branche.

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